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Der Mindful Doctor Blog

Das Thema Digitalisierung ist gerade aktueller denn je. Durch die notwendige soziale Distanz der letzten Monate wurde der digitale Wandel unserer Gesellschaft nochmals befeuert. Doch wie kann diese Transformation menschlich gestaltet werden und wie ändern sich die Anforderungen an Ärzte?

Im Gesundheitswesen verspricht die Digitalisierung mehr Effizienz und Qualität.

Apps zur Gesundheitspflege und Selbstdiagnostik, Künstliche Intelligenz als Feintuner für Diagnosestellungen und Therapieauswahl, Roboter in der Pflege und Operationen aus der Ferne.

Die digitale Revolution vollzieht sich mit großer Geschwindigkeit und lässt viele Zukunftsfragen offen, wie zum Beispiel den ethisch richtigen Umgang mit der schnell wachsenden Menge an gesundheitsrelevanten Daten. Nicht nur die Sequenzierung kompletter Genome (z.B. die von bösartigen Tumoren), auch die Messung von Vitalparametern, Schlafphasen bis hin zu Eisprüngen erfolgt mittlerweile fast routinemäßig. Die Flut von digitalen Produkten für den medizinischen Markt ist groß. Daten werden elektronisch gespeichert und verarbeitet.

Der Mensch wird damit selber zur größten Datenplattform. Doch wie kann man die anfallenden Datenmengen nicht nur vertikal erfassen, sondern auch horizontal verknüpfen, um ein dynamisches und ganzheitliches Bild der Gesundheit jedes einzelnen Menschen zu zeichnen? Wer hat in Zukunft Zugriff auf diese Daten und was wird damit gemacht? Müssen wir künftig überhaupt noch zum Arzt gehen oder genügt ein telemedizinisches Gespräch? 




Dr. Andre T. Nemat ist Arzt, Gründer und Managing Partner des Institute for Digital Transformation in Healthcare an der Universität Witten/ Herdecke, das sich seit 2017 für eine humanzentrierte Digitalisierung des Healthcare-Sektors engagiert.
Mit mehr als 25 Jahren klinischer Erfahrung zuletzt in der Position als Chefarzt für Thoraxchirurgie an Kranken-häusern unterschiedlicher Versorgungs-stufen, sowie dem Aufbau von zwei interdisziplinären Lungenzentren, besitzt ­er profundes Wissen in sämtlichen Gebieten des deutschen Gesundheitssystems.
Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen medizinisch-technischer Innovationen begleiten ihn seither in verschiedenen internationalen Positionen.
Dabei liegt sein Fokus auf den ethischen Implikationen des digitalen medizinischen Fortschritts.





Dr. Andre T. Nemat

Digital Health

Wie haben Sie die rasante Entwicklung der digitalen Medizin selber als Arzt wahrgenommen?      

Ich erinnere mich gut an den ersten Patienten, der mir in der Sprechstunde erwartungsvoll sein Handy auf den Tisch legte. Fast schon ein wenig stolz präsentierte er seine Sammlung persönlicher Daten, die er mit verschiedensten Apps generiert hatte. Die Enttäuschung darüber, dass mir der Inhalt seines Datenspeichers verborgen blieb und eine Diagnose mit deren Hilfe nicht zu erwarten ist, war groß. So legte ich einen Anamnesebogen auf den Tisch, zückte meinen Füller und bot meinem Patienten meine volle Aufmerksamkeit an. Die Schere zwischen dem Digitalisierungsgrad in einem Krankenhaus und die Erwartungshaltung von Konsumenten an die neuesten Technologien, öffnet sich immer weiter. Von der Möglichkeit einer validen und sicheren Verwertung der Daten sind wir noch weit entfernt. Willkommen in einer Welt, in der die letzte Meile genau die soziale Distanz einer Armlänge misst und stets analog ist. 

Wie hat die Digitalisierung das Gesundheitswesen verändert?

                                                                        Im Gesundheitswesen hat die Digitalisierung vor allem dazu geführt, dass zunehmend die Informationsasymmetrie zwischen Arzt und Patient aufgehoben wird. Und das ist gut so. Medizinische Informationen und passende Ärzte sind nur einen Klick weit entfernt. Diese Entwicklung stellt die tradierte Arzt- Patienten-Beziehung in Frage. Endlich findet ein Austausch auf informationeller Augenhöhe statt. Darauf müssen sich Mediziner einstellen. Der erste Besuch bei einem Arzt bedeutet heutzutage die Einholung einer Zweitmeinung. Dr. Google wurde in der Regel bereits zuvor konsultiert. Patienten tracken sich, messen sich aus und bringen bereits eine Diagnose aus dem Internet mit. Am Empfang der Praxis wähnen wir uns in unserem mühsam gepflegten und lieb gewonnenen, digitalen Ökosystems mit der Erwartungshaltung, dass auch hier Service geliefert wird.



Wie können die gesundheits-relevanten Daten so verwertet werden, dass daraus ein Service für Patienten sowie für Mitarbeiter im Gesundheits-wesen (Arbeitserleichterung) entstehen kann und welche Fähigkeiten werden Ärzte/innen in Zukunft benötigen?

Um dahin zu gelangen, müssen zunächst Ineffizienzen abgebaut und Prozesse optimiert werden. Und davon gibt es reichlich. Der gesamte Weg von den akademischen Höhen und regulatorischen Tiefen des Gesundheitswesens hin zu dem nach Zuwendung suchenden Patienten wird digitalisiert und findet sein natürliches Ende vor der letzten Meile. Ab hier zählt jedoch die menschliche Interaktion. Der ärztliche Akt der Fürsorge durch Empathie und Kommunikation. Das persönliche Gespräch transportiert die wichtigste Währung auf dieser letzten Meile: Vertrauen. Das „Vertrauen“, das technischen Geräten entgegengebracht wird, ist im Gegensatz dazu ein „Verlassen auf“. Ein „Verlassen auf“, dass das Gerät funktioniert, vielleicht auch eine Lösung formuliert. Jedoch fehlt diesem „Verlassen auf“ die menschliche Dimension, die durch gesteigerte Interaktion und dem Sehen des Menschen im Gegenüber erwächst. Vertrauen ist in diesem Kontext nicht digitalisierbar, die letzte Meile in der Medizin ist analog. ­

Wir danken Dr. Nemat für das Gespräch und freuen uns auf seine Keynotes auf der Mindful-Doctor Konferenz!

"We can do more than what we think.”  

Wim Hof

Innere Stärke, Widerstandskraft und innerer Ruhe durch Atmung, Kälte, Fokus.

Die WIM HOF METHODE ist eine Möglichkeit, eine spezielle innere Kraft anzuzapfen, Sauerstoff und Kälte, zwei natürliche Ressourcen. Sie kombiniert dabei 3 Säulen: Atmung, Kälte und Fokus für mehr Energie, mehr Atembewusstsein, mehr innerer Stärke. Das hilft Stress abzubauen, sich vollständig zu regenerieren und mit seiner inneren Kraft zu verbinden. Der Effekt ist ein gesunder Körper und eine glückliche Geisteshaltung.

In einem WIM HOF METHOD WORKSHOP erfährst Du praktisch die Kraft der Atmung, die Energie der Kälte und die Macht der inneren Stärke, um eine Fülle positiver Wirkungen im Körper freizusetzen:


  ✓ Stärkung des Immunsystems, besserer Schlaf

  ✓ Stress-Reduzierung, eine schnellere Erholung

  ✓ Steigerung der Kraftreserven, bessere Performance

  ✓ Umgang mit Herausforderungen, stärkerer Fokus


Das „Wir-Gefühl“ stärken – Vertrauen und Teamgeist

„Wenn man weiß, wer man selber ist und welche Stärken und Schwächen man mitbringt, dann hat man auch einen besseren Blick auf das ganze Team.“ Barbara Dunn

Im WHM Workshop baust Du als erstes Stress ab. Dein Körper wird ausgeglichen, mit einem klaren Geist und neuer Kreativität versehen. Zweifel, Müdigkeit, ein unruhiger Kopf etc. werden ‚gelöscht‘. Die Fähigkeit mit Druck umzugehen, wird spührbar erhöht und geschult. Im Laufe des Workshops füllt sich dein Körper mit großer Vitalität und Schwung, es entsteht ein ‚Can-Do-Mindset‘. Dieser Einklang von Körper und Geist kann die Wahrnehmung jedes einzelnen vom „Ich“ zum „Wir“ verschieben und somit das gesamte Team-Potential entfalten.




Als zertifizierter WIM HOF METHOD Instruktor praktiziert Daniel Ruppert die WIM HOF METHODE seit 6 Jahren. Er brachte über 400 Leute ins Eis und machte sie mit der Methode und der Atmung vertraut.

Er ist Trainer für Atem-, Bewegungs- und Entspannungs-techniken sowie Europa- und Deutschlandmeister im Gong Fu und Tai Chi.

Als Architekt mit großer Verantwortung ist ihm Teamarbeit bestens bekannt. Nach 2 Burnouts änderte er sein Leben grundlegend und durch die tägliche Anwendung der Wim Hof Methode und der Entwicklung einer Work-Life-Balance konnte er wieder vollständig regenerieren.











Daniel Ruppert 

Wim Hoffer und Architekt 

Ärzte, die sich gut um sich selbst kümmern, Mitgefühl für sich und andere entwickeln, werden auch positiver wahrgenommen.

Sind Ärzte unkaputtbar?

Der Nimbus des klaglos arbeiteten Arztes, an dem übermenschliche Dienststunden und psychische Belastungen wie an einer Kevlar-Weste abperlen, gehört der Vergangenheit an. Nicht nur, weil der Halbgott-Status des Arztes verloren gegangen ist, sondern auch, weil die Belastungen durch den ökonomischen Druck und die Arbeitsverdichtung immer mehr zunehmen. Ärzte werden zudem immer stärker mit fast unerfüllbaren Forderungen von Patienten und Angehörigen konfrontiert. 1)

Alle diese Faktoren führen zu einem dramatisch erhöhten Burnout Risiko.

Hier liegt eine große Gefahr für die Versorgung von Patienten weltweit. Durch die erhöhten Belastungen steigt auch die Fehlerhäufigkeit. Um dem Vorzubeugen, sollten sich Ärzte um ihre eigene Gesundheit kümmern. Studien zeigen aber, dass Ärzte den Ratschlägen, die sie Patienten erteilen, selten selbst folgen. Das stille Leiden vieler Ärzte schlägt sich auch in einer deutlich erhöhten Selbstmordrate 2) nieder.  

· Ausreichend Schlaf,

· gute soziale Beziehungen,

· Eine ausgewogene Ernährung,

· Bewegung und Meditation

...sind Faktoren, die günstige Auswirkungen auf die Gesundheit von Ärzten haben.

Sind Ärzte ausgeglichener arbeiten sie effektiver, können besser zuhören, und greifen seltener zu Drogen. Ärzte, die sich gut um sich selbst kümmern, Mitgefühl für sich und andere entwickeln, werden auch positiver wahrgenommen. Das Risiko von Depression, Depersonalisation sinkt, Mitgefühl und die Fähigkeit des Perspektivenwechsels nehmen zu.3) In tiefem Mitgefühl, eine professionelle Distanz zu wahren, senkt das Erkrankungsrisiko für Ärztinnen.

Diese Fähigkeiten sind auch für die Versorgung von Patienten essentiell.

Wenn wir uns so um unsere Patienten kümmern, werden auch diese rascher genesen, wie in einigen Studien eindrucksvoll nachgewiesen werden konnte. 4) Auch die Rahmenbedingungen in Kliniken und Praxen sollten kritisch hinterfragt werden. Diese können maßgeblich dazu beitragen, ob Ärzte gesund bleiben. Aber auch die Ärzte selbst sollten sich Ressourcen erschließen, die die ärztliche Tätigkeit langfristig leistbar machen. Während in anderen Berufen, Kurse und Coachings regelmäßig genutzt werden, um in eine gute innere Balance zu kommen, sind Ärzte oft nicht bereit hierfür Zeit und Geld zu investieren. Immer wieder im Arbeitsstress kurz innezuhalten, und das eigene Handeln neu zu reflektieren, hilft, dass Stressniveau zu senken. In diesen Momenten des Innehaltens können auch neue Ideen für eine bessere Gestaltung unseres Arbeitsumfelds reifen.

Diese Achtsamkeitsübung kann im stressigen Alltag helfen:

Wieder zu spät aufgestanden? Jede rote Ampel ist dein Feind? Mit dieser Erfahrung auf dem Weg zur Arbeit kommst Du schon völlig gestresst an. Egal wie spät du dran bist.

Der Weg zur Arbeit ist einfach wie er ist, ob mit Stau oder ohne.

Wechsel einfach die Perspektive. Die roten Ampeln wurden extra für dich heute geschaltet!

Damit Du die Zeit bekommst, die Du brauchst um ausgeglichen den Kliniktag zu beginnen. Sie sind nicht deine Feinde. Jede rote Ampel ist ein Stop-Signal um kurz inne zu halten. Während du darauf wartest, dass es wieder grün wird, achte auf deinen Atem und lass ihn länger und größer werden. Spüre dem Atem nach, lass deine Gedanken und Gefühle los und folge mit aller Konzentration deinem Atem. Spüre die Atembewegungen deines Brustkorbs, deines Bauchs, mehr brauchst Du im Augenblick nicht zu tun. 

Vergiss nicht, wenn es grün wird weiter zu fahren.

Wenn Du jede rote Ampel als Chance erlebst, um mit dir in Kontakt zu kommen, wirst Du entspannt ankommen. Probiere es einfach aus.

Ein Aufruf zur Gelassenheit oder, wie im ‚House of god‘ beschrieben: „At a cardiac arrest, the first procedure is to take your own pulse”. 5)

Ärzte sind nicht unkaputtbar!

Work life Balance heißt nicht, dass man seine Ressourcen in der Freizeit füllt, um sie in der Tätigkeit mit den Patienten zu leeren. Sondern die Arbeit sollte auch Ressource und Bereicherung sein. 6)

Prof. Dr. Angela Geissler hat als Coach und Chefärztin weitreichende Erfahrungen im Change- und Prozessmanagement. Sie lehrt Zen für Führungskräfte in Kliniken und Unternehmen und leitete Forschungs-projekte zu Meditation mit Führungskräften.














Prof. Dr. Angela Geissler

Chefärztin und Meditationstrainerin